Als ich klein war, ungefähr 8 Jahre alt, sah ich im Fernsehen einen Jungen, der kaum älter war als ich und sich in den Bauch spritzte. Es sah nicht so aus, als ob es ihm gefallen würde, aber er führte es mit einer solchen Gelassenheit aus, als wäre es ihm zur Routine geworden. Damals erklärte man mir, dass es eine Krankheit mit dem Namen Diabetes gibt, welche Konsequenzen sie für die Betroffenen hat und dass sie auf diese Weise, mit dem Spritzen von Insulin, behandelt wird.

Aus so einer persönlichen Erfahrung entstand das Projekt SocialDiabeteseine App aus Spanien, die Diabetikern beim Überwachen ihrer Krankheit helfen und ihre Lebensqualität verbessern willVictor Bautista, der Gründer des Unternehmens, erzählt auf der Webseite der App, dass alles damit begann, dass ihm 2008 eine Diabetes des Typ 1 diagnostiziert wurde. Es erschien ihm paradox, dass er im 21. Jahrhundert seine Krankheit noch mit einem Notizbuch und ohne technische Hilfsmittel kontrollieren musste. Ausgehend von dieser Idee programmierte er eine App für seine persönliche Nutzung, die er mit anderen Patienten und Ärzten teilte. Aufgrund des positiven Feedbacks regte Maria Jesús Salido Rojo, Mitbegründerin und CEO, ihn dazu an, SocialDiabetes ins Leben zu rufen. So entstand dieses umfassende Angebot zur Kontrolle der Diabetes.

Worum geht es bei diesem Projekt?

SocialDiabetes bietet eine Reihe von Hilfsmitteln, die Diabetikern den Alltag erleichtern. Das Leben des Patienten soll einfacher werden, damit dieser unabhängiger sein kann und die Kontrolle über die Diabetes und über das Senken des HbA1c Wertes behält.

Die Funktionsweise des Tools ist sehr einfach, aber es muss konsequent eingesetzt werden. Beispielsweise ermöglicht es die App dem Patienten, sein Blutzuckermessgerät mit dem Smartphone zu verbinden. Indem er die genaue Menge an Kohlenhydraten eingibt, die er zu sich nehmen wird, wird ihm entsprechend angezeigt, welche Menge an Insulin er benötigen wird. Wenn der Patient seine Kontrollen registriert, kann er zudem seine Entwicklung nachverfolgen und seine Diabetes auch in Echtzeit kontrollieren. Einer der interessantesten Aspekte der App besteht in der Möglichkeit, die Entwicklungsdaten auch mit dem Arzt oder anderen Patienten zu teilen (wie zum Beispiel auch mit den Angehörigen) und umgekehrt diese Informationen von anderen zu erhalten, wenn sie es möchten.

Für SocialDiabetes ist der Austausch fundamental wichtig, da sich, wie sie selber bestätigen, die Konsequenzen dieser Krankheit auf das gesamte Umfeld des Patienten auswirken. In der Tat zählt der Aufbau einer Zusammenarbeit zwischen Usern und Spezialisten, Serviceanbietern und den Patienten-Communities zu einem der Hauptanliegen des Unternehmens.

Smartphones können uns helfen, unsere Gesundheit zu verbessern

Diabetes ist eine chronische Krankheit und es gibt weltweit 422 Millionen Menschen, basierend auf Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2016, die unter dieser Krankheit leiden. Dies entspricht 8,5 % der erwachsenen Bevölkerung.

Wie SocialDiabetes möchte auch BQ zur Entwicklung von Technologien beitragen, die das Leben von Diabetikern verbessern können. Seit 2017 ist BQ Teil eines innovativen Projektes zur Behandlung dieser Krankheit. Es nennt sich GlucoTear. Dabei handelt es sich um einen optischen Sensor mit Nanopartikeln, der in die Kamera der Smartphones integriert wird, um den Glukosegehalt in einer Träne des Diabetikers festzustellen. Mit der Entwicklung dieses Sensors sind die vier oder fünf Stiche in die Fingerkuppe, die Diabetiker täglich zur Kontrolle des Glucosegehalts vornehmen müssen, überflüssig. Das Gerät misst den Glucosegehalt der Tränenflüssigkeit und vermeidet so die Blutentnahme.

Das Projekt wird von der Universität Jaume I (UJI) von Castellón de la Plana in Zusammenarbeit mit dem Institut für Augenheilkunde des Klinikums General Universitario de Castelló und BQ geleitet und von Marie Skłodowska-Curie aus dem europäischen Programm für individuelle Stipendien, Horizonte 2020, unterstützt.

SocialDiabetes und GlucoTear sind beides gute Beispiel für mHealthdem Einsatz von Medizin zusammen mit mobilen Geräten. Das gemeinsame Ziel lautet, direkt die Behandlungsmöglichkeiten von Diabetes zu verbessern.